„Mikrobiom“ und „Mikrobiota“ sind Begriffe, die oft synonym gebraucht werden.

Prof. Dr. S. C. Bischoff

Der menschliche Verdauungstrakt besteht aus etwa 100 Millionen Nervenzellen und mehr als 100 Billionen Mikroorganismen, darunter gibt es über 1.000 verschiedene Bakterienspezies. Die Gesamtheit der Bakterien wird als Mikrobiota (Darmflora) bezeichnet. Das Darmnervensystem und die Mikrobiota sind mit allen Bereichen unseres Organismus vernetzt. Somit beeinflussen sie nicht nur die Verdauung, sondern auch das Immunsystem bis hin zur Psyche. 

Das sensible Ökosystem (Mikrobiom) im Darm gerät leicht aus der Balance und damit auch das komplexe Netzwerk.

Mikrobiota(Darmflora)

Die Mikrobiota im Darm (Darmflora) ist ein komplexes Netzwerk mit wechselseitig wirkenden Mikroorganismen. Manche können Krankheiten verursachen, andere sind für die Gesundheit förderlich. 

Funktionen der „guten“ Darmbakterien

  • Unterstützen die Verdauung

  • Bildung verschiedener Enzyme und Hormone

  • Vitaminherstellung, u.a. Vitamin B12

  • Bauen Giftstoffe ab und halten krankmachende Bakterien in Schach

  • Trainieren unser Immunsystem

Je vielfältiger die Darmflora, desto besser!

Mikrobiom

100

Billionen Mikroorganismen bilden das Mikrobiom

Nervensystem

100

Millionen Nervenzellen umfassen das enterische Nervensystem

Bakterien

1000

verschiedene Bakterienarten sind bislang bekannt

Was hat es mit der Darm-Hirn-Achse auf sich?

Der Magen-Darm-Trakt und das Gehirn stehen über die Darm-Hirn-Achse (engl.: gut-brain-axis) ständig miteinander in Kommunikation. 

Eine unauflösliche Verbindung, die bereits vor der Geburt beginnt und in den ersten Lebensjahren eine bedeutende Rolle spielt. Bei einigen Entwicklungsstörungen, unter anderem Autismus , wurden Störungen der Wechselwirkung zwischen diesen beiden Organen beobachtet.

Mikrobielle Dysbiose

Gerät die Mikrobiota aus dem Gleichgewicht, können gesundheitliche Konsequenzen die Folge sein. Ein Ungleichgewicht der verschiedenen Bakterien innerhalb der Darmflora wird als mikrobielle Dysbiose bezeichnet.

Eine mikrobielle Dysbiose kann sich auch auf das zentrale Nervensystem auswirken, denn Darm und Hirn sind eng miteinander verbunden.

Autismus

Wissenschaftliche Belege zeigen, dass die Darmflora bei vielen Menschen mit Autismus aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Diese Veränderungen werden mit Unruhe, Impulsivität und Aggressivität in Zusammenhang gebracht.

Eine im April 2019 veröffentlichte Studie mit Lactobacillus Plantarum PS128 liefert Hinweise auf eine Linderung von Autismus-Symptomen bei Kindern im Alter von 7 – 15 Jahren.

Therapieoption: Probiotika

Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die dem Menschen einen gesundheitlichen Vorteil bringen, wenn sie in ausreichender Menge aufgenommen werden.

Definition der WHO/FHO 2001

Probiotika werden zur Verbesserung des Wohlbefindens und therapeutisch bei bestimmten Krankheitsbildern eingesetzt. Diese Wirkungen müssen wissenschaftlich gesichert sein. Die Zahl der Studien nimmt unaufhaltsam zu, doch stichhaltige Belege sind aufgrund der Stammspezifität und hoch komplexen Reaktionen bislang schwer abzuleiten.

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